Reden wir einmal über Tabus. Ein Tabu entsteht meist aus einer stillschweigenden gesellschaftlichen Übereinkunft. Es ist kein ausgesprochenes Gesetz, sondern ein unausgesprochenes Verbot, das in einer Gemeinschaft fast selbstverständlich wirkt. Die Gründe können vielfältig sein: Angst, Scham, Ehrfurcht, religiöse oder moralische Vorstellungen oder auch evolutionäre Abscheu. Tabus dienen oft dazu, Grenzen zu setzen und den Zusammenhalt einer Gruppe zu sichern. Sie regeln — manchmal sehr subtil —, was als „nicht erlaubt" und „unberührbar" gilt.
Die Wirkung eines Tabus ist mächtig und tiefgehend:
Ein Tabu zu brechen ist besonders herausfordernd, weil:
Tabus entstehen aus kollektiver Vereinbarung, wirken durch soziale und emotionale Sanktionen und sind schwer zu brechen, weil sie den Zusammenhalt und die Identität von Gemeinschaften stabilisieren. Ihr Bruch offenbart neue Räume — fordert aber Mut zum Wandel und zur Konfrontation mit gesellschaftlichen Werten.
Das älteste und hartnäckigste Tabu der Menschheitsgeschichte ist das Verbot, sich selbst zu lieben. „Es ziemt sich nicht, sich selbst zu lieben" — dieser unausgesprochene Satz durchzieht Religionen, Moralsysteme und Erziehungsideale. Und er macht Menschen klein, abhängig und leicht steuerbar.
Wer dieses Tabu bricht, bricht damit die vielleicht stärkste Matrix von allen — die Matrix im Inneren. Nicht als Akt der Selbstbespiegelung, sondern als Fundament: Wer sich selbst liebt, braucht keine Bestätigung von außen. Wer sich selbst liebt, kann anderen wirklich geben. Wer sich selbst liebt, baut kein Gerüst aus Fremderwartungen.
Ohne Tabubruch wirst du nicht glücklich. Das ist keine Provokation — das ist eine Beobachtung aus 40 Jahren Meditationspraxis.